Venus rückläufig

Wer sind wir? Was wollen wir? Und wie gehts weiter?

Venus rückläufig vom 13.05. - 26.06.2020   Pluto, Saturn, und Jupiter rückläufig

 

Wenn ein Planet als rückläufig bezeichnet wird, sieht es nur aus unserer irdischen Perspektive so aus, als würde er die Richtung wechseln. Astrologisch aber kann sein Einfluss deutlich stärker werden, bzw andere Schwerpunkte setzen. Bei Venus sind die grundsätzlichen Fragen: Wovon fühlen wir uns angezogen? Was brauchen wir? Was ist für uns attraktiv? Diese Fragen werden uns nun stärker bewusst, und wir fangen an, genau diese Dinge in Frage zu stellen, zu prüfen, neu zu definieren.

In diesem Fall rücken auch unser tägliches Umfeld, die Art, wie wir kommunizieren, mit anderen in Verbindung sind, unsere Mobilität, ja, unsere Denkprozesse in den Vordergrund. Klingt durchaus danach, dass wir uns damit beschäftigen, ob wir es uns lieber im Homeoffice gemütlich machen oder doch pendeln wollen. Wieder in der Nachbarschaft unterwegs sein und Kontakte auffrischen oder doch noch etwas Zeit ganz für sich allein haben? Vielleicht merken wir auf einmal, dass wir genug von dem haben, was uns jeden Tag umgibt - seien es Menschen, Gegenstände oder Tätigkeiten und Gewohnheiten. Unser Geschmack kann sich ändern, wie auch unsere Bedürfnisse. Dies kann natürlich Freundschaften und Beziehungen aller Art auf die Probe stellen. All dies verursacht das unterschwellige Gefühl, dass wir gerade keine stabile Basis haben. Das, worauf wir bauen können, müssen wir erst neu erfinden, neu gründen. (Um Missverständnisse zu vermeiden: dies kann durchaus dieselben Personen, dieselben Dinge einschliessen, allerdings nach einer eingehenden Prüfung oder einer Überarbeitung der Bedingungen.)

Wir können nun sehr empfindlich sein, besonders im Hinblick darauf, dass nicht jeder unser Tun und Lassen gut findet. In den Social Media wird es verstärkt um Mobbing und ähnliche Themen gehen.

Die positive Seite: Wir bauen Brücken und schaffen Verbindungen. Wir können Vergangenes verarbeiten, oder plötzlich damit konfrontiert werden: Es ist eine gute Zeit, um alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen, sich über frühere Erlebnisse zu unterhalten, um eine zweite Chance zu gewähren. Sogar eine alte Liebe kann wieder auftauchen - entweder in unseren Gedanken, oder jemand nimmt tatsächlich Kontakt auf. Es kann sehr wohltuend sein, wieder einmal zu schreiben: Briefe, Tagebücher, oder einfach so, über die Dinge, die uns beschäftigen und am Herzen liegen.

 

Wenn man tiefer schaut, geht es hier um Selbstwert: sind wir mit uns selbst im Reinen? 'Genügen' wir uns selbst, weil wir nach unseren eigenen Überzeugungen und Bedürfnissen leben und handeln, oder richten wir uns nach der Meinung, nach dem Urteil anderer Menschen? Sind wir unsicher, weil wir nicht genug bestärkt wurden in dem, was wir wirklich sind? Wie ist es um unser Selbstwertgefühl bestellt, wenn wir im Job nicht unsere Leistung bringen können, wenn wir uns nicht mit unseren Aufgaben identifizieren? Was sind wir, wenn man das ganze Drumherum wegnimmt? Fördert oder schwächt unsere tägliche Umgebung unseren Selbstwert und unsere Gesundheit?

Um es noch komplizierter zu machen: jetzt können wir mit uns selbst Dr Jekyll und Mr Hyde spielen. Wenn wir empfindlich und irritiert sind, geht es sehr wahrscheinlich um eine unserer eigenen Eigenschaften oder Bedürfnisse, die wir uns nicht eingestehen wollen. Nun können wir die eigenen Schattenseiten besonders stark erleben. Das heisst, sie treten so stark zu Tage, damit wir sie endlich erkennen. Der böse Zwilling will auch angenommen und geliebt werden, und wird jetzt so ziemlich alles anstellen, um das zu erreichen. Wir sollen doch einfach nur akzeptieren, dass wir auch manchmal neidisch, gefrässig, klatschsüchtig oder was auch immer sind... Wenn wir nun lernen, besser mit unseren eigenen 'Verhaltensauffälligkeiten' zurecht zu kommen, lösen sich auch die Konflikte, die diese Zeit uns bringt. Es kann sich jetzt besonders auszahlen, gewaltfreie Kommunikation im eigenen Kopf zu üben. Wenn man sich selbst dauernd in Gedanken kritisiert und heruntermacht, fühlt man sich schnell wertlos. Dann will man umso mehr Anerkennung von Anderen und macht sich somit abhängig. Wir drängen uns jetzt in unsere eigene Wahrnehmung - bitte nicht wegsehen, sondern sich Zeit für sich selbst nehmen und sich möglichst liebevoll fragen, um was es wirklich geht. So können wir mehr darüber lernen, was wir wirklich brauchen.

Auch wenn Venus vom 13. Mai bis 26. Juni rückläufig ist, können diese Themen uns von Anfang April bis Ende Juli beschäftigen - oder mehrmals wieder auftauchen.

 

Schon seit dem Vollmond begleitet uns wieder einmal eine gewisse Verwirrung: unsere Bedürfnisse sind uns nicht ganz klar, dafür wollen wir einfach mehr von allem. Wir haben Wünsche und Träume, aber wir haben keine Ahnung, wie wir sie erfüllen können oder wohin sie uns führen... Unsere Vorstellungskraft stimmt nicht so ganz mit der Realität überein. Und doch - wenn wir diese Wünsche und Vorstellungen nicht gleich abschalten, kann sich daraus durchaus etwas entwickeln, mit der Zeit. Im Moment ist alles noch zu widersprüchlich. Wir wollen ausprobieren, Neues lernen, im schlimmsten Fall aber halten wir unsere Meinung für die einzig gültige und wollen mit dem Kopf durch die Wand. Was uns jetzt ärgert, kann uns noch einige Wochen beschäftigen. Weitere Einflüsse sorgen jetzt dafür, dass die Dinge noch mehr in Bewegung geraten, sich überall neue Möglichkeiten bieten. Einkaufen und Leute treffen sind tatsächlich Dinge, die jetzt auf der Tagesordnung stehen. Der Handel tritt wieder in den Vordergrund. Insgesamt aber gibt es eine Vielzahl von Ideen und verschiedenste Informationen. Wir können uns dabei durchaus überfordert fühlen. Die Vorgänge erinnern irgendwie daran, in der Dusche einem Stück Seife nachzujagen. Alle legen los, nur das Ziel ist unklar, niemand weiss, wohin das Ganze führt. An Inspiration fehlt es nicht, aber dafür an Orientierung, vielleicht sogar an Ernsthaftigkeit.

 

Zur Zeit spielen verschiedenste Aspekte eine Rolle bei den Entwicklungen. Während wir die Rückläufigkeit von Venus in unserem persönlichen Befinden erfahren werden, dreht sich auch Jupiter jetzt um und wirft unter Anderem einen Blick auf das, was wir glauben, auf Glaubwürdigkeit an sich. Pluto ist bereits seit Ende April rückläufig, als der Trend, die Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen, seinen Anfang nahm... er wird nun noch deutlicher unsere Institutionen und Systeme in Frage stellen und ankreiden, damit die Themen des Jahres 2020 nicht in Vergessenheit geraten. Saturn, auch bereits rückläufig, stellt nun erst einmal das Social Distancing und die wissenschaftlichen Meinungen in Frage, um Anfang Juli Pluto wieder zu Hilfe zu eilen. Alles in allem sind wir gerade in Aufbruchstimmung, nur geht es in den nächsten Monaten nicht so richtig vorwärts. Nicht, so lange wir die alte Ordnung wieder herstellen wollen. Wir experimentieren eher mit der Realität. In unserem Bewusstsein werden sich die Definitionen von Realität, von Normalität, langsam ändern. Die Gesellschaft will von Grund auf erneuert werden.

 

Ein kurzer Ausblick bis zum Sommer: Wir sind noch längst nicht durch. Wir stehen erst am Anfang der grossen Veränderungen. Jetzt gerade nimmt eine Entwicklung ihren Ausgang, die uns noch im Juni in ähnliche Situationen bringen kann, wie wir sie im Februar und März erlebt haben. Gegen Ende Juni werden die kollektiven Ängste nochmals geschürt. Hier muss es sich noch nicht, oder nicht nur, um eine weitere Welle von Covid19 handeln, es könnte vordergründig um wirtschaftliche Folgen und um ein Scheitern öffentlicher Strukturen oder politischer Agenden gehen. Astrologisch ist eine neuerliche Ausbreitung des Virus nicht unwahrscheinlich, hier könnte es eher Ende Juli bzw im Herbst wieder eine Zuspitzung geben. Die verschiedenen Entwicklungen könnten ab Ende Juni zu Aufständen und Ausschreitungen führen. Allerdings bricht dann auch eine Zeit an, in der wir wieder neue Energie finden und mehr erreichen können.

 

Besonders geeignet: Lesen, Schreiben, die Beschäftigung mit Literatur und Poesie, Bildung, die eigene Ausdrucksstärke finden, Kontakte knüpfen oder wieder aufleben lassen, Introspektion, die Auseindersetzung mit unseren Bedürfnissen und Schattenseiten, Selbstwert stärken, Selbstannahme, Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse unserer Mitmenschen, Zuhören, sich auf die eigenen Werte besinnen

Geduld, Geduld, Geduld

Betroffene Bereiche/Themen: mentale Gesundheit, unser direktes Umfeld, Beziehungen - insbesondere zu Geschwistern und Nachbarn, bewusste und gewaltfreie Kommunikation, Selbstwert, Spiegelgesetz, geistiges Eigentum, geistige Flexibilität, Lernen, Schattenseiten, Verwirrung, Überforderung